111. Innerschweizerisches Schwing- und Älplerfest

Geschrieben von Erwin Schwarzentruber

Damian Egli verdiente sich Innerschweizer Eichenlaub

Dank einer starken Leistung vermochte sich der Steinhuserberger Damian Egli als einziger Vertreter vom Schwingklub Wolhusen in den Kranzrängen zu behaupten. Den Festsieg sicherte sich überraschend der Nidwaldner Eidgenosse Marcel Mathis mit sechs gewonnenen Gängen.

Das 111. Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest wurde nach 1934, 1941 und 1982 zum vierten Mal in Alpnach ausgetragen und vermochte sich nahtlos in die letzten glanzvollen Austragungen der ISV-Feste einzureihen. Obwohl der ganze Wettkampftag von Nieselregen und kühlen Temperaturen begleitet war, bildeten 10`000 Zuschauer in der sehr gut gefüllten Schwingarena auf dem Gelände des Militärflugplatzes Alpnach eine stimmungsvolle Kulisse. Am stark besetzten Wettkampf mit 229 Schwingern, darunter 19 Eidgenossen, setzte es eine dicke Überraschung ab. Nicht einer der meistgenannten Favoriten wie Joel Wicki, Sven Schurtenberger, Andreas Ulrich, Christian Stucki oder Daniel Bösch, sondern der 28-jährige Eidgenosse Marcel Mathis aus Büren gewann das prestigeträchtige Kräftemessen. Der Nidwaldner triumphierte erstmals in seiner Laufbahn an einem Innerschweizer Verbandsanlass. In der Kranzstatistik hatten die Luzerner erfreulicherweise die Nase vorne. Die 39 abgegebenen Kränze wurden wie folgt verteilt: Luzern 13, Schwyz 9, Uri 5, Ob- und Nidwalden 4, Zug 3 und übrige Gäste 5.

Festsieger Marcel Mathis

Obwohl es dem zweifachen Eidgenossen Marcel Mathis in dieser Saison noch überhaupt nicht rund lief, triumphierte er in Alpnach überraschend mit sechs gewonnenen Gängen überlegen. Im Schlussgang überrumpelte er den vierfachen Schwyzer Eidgenossen Andreas Ulrich gleich nach wenigen Sekunden mit Fussstich zum Siegesresultat. «Ich kann es nicht fassen, dass ich gewonnen habe. Erst nach dem vierten Durchgang begann ich an den Festsieg zu glauben. Heute hat alles perfekt geklappt», zeigte sich der Landwirt von seinem Festsieg überwältigt. Zur Ausgangslage im Schlussgang meinte er: «Ich habe gewusst, dass mir ein Gestellter reicht. Aber nur abwarten war mir zu gefährlich.» Für den mittlerweile zweifachen Kranzfestsieger bedeutete dieser Coup den grössten Sieg in seiner Schwingerlaufbahn.

Ehrenplatz für Christian Stucki

Der 32-jährige Berner Gast Christian Stucki präsentierte sich in einer Topverfassung und war einer der stärksten Schwinger auf dem Platz. Nach einem verhaltenen Auftakt mit dem Remis gegen den Rottaler Sven Schurtenberger, bettete er in der Folge alle seine fünf Kontrahenten auf den Rücken. Darunter auch der Sörenberger Joel Wicki, den er nach rund vier Minuten im Gigantenduell mit einem herrlichen Kurz erwischte. Im Kampf um den Tagessieg wurden Stucki schliesslich die fehlenden Maximalnoten zum Verhängnis.

Eichenlaub für Damian Egli

Von den zwölf angetretenen Athleten des Schwingklubs Wolhusen hinterliess der 21-jährige Damian Egli vom Steinhuserberg einen starken Eindruck. Er kämpfte gegen den späteren Festsieger Marcel Mathis sogar um den Einzug in den Schlussgang. Dank vier Siegen, einer Punkteteilung und einer Niederlage belegte er den siebten Schlussrang und blieb der einzige Wolhuser Kranzgewinner. «Ich wollte hier meine gute Form bestätigen und mir die Selektion für den Unspunnen-Schwinget sichern. Mit dem vierten Saisonkranz habe ich meine Erwartungen übertroffen», freute sich der Metallbaumonteur.