122. Rigi Schwing- und Älplerfest

Geschrieben von Erwin Schwarzentruber

Pirmin Egli knapp am Rigikranz vorbei

Unglaubliches Verletzungspech für den Sörenberger Joel Wicki im Schlussgang des Rigi-Schwingets. Nachdem sein erster Schlussganggegner Bruno Nötzli in der siebten Minute wegen einer Knieverletzung aufgeben musste, zog er sich bei der Niederlage gegen Ersatzgegner Sven Schurtenberger selber eine schwere Verletzung zu. Der Steinhuserberger Pirmin Egli verpasste den Rigikranz nur um einen Viertelpunkt.

Ein solches Drama und eine solche Tragödie wie am Schwing- und Älplerfest auf der Rigi vom letzten Sonntag hatte es wohl noch nie in der Geschichte des Eidgenössischen Schwingerverbandes gegeben. Die beiden Schlussgangteilnehmer Joel Wicki aus Sörenberg und Bruno Nötzli aus Pfäffikon verletzten sich so schwer, dass sie die Saison wohl vorzeitig beenden müssen. Als Festsieger verliess schliesslich der Rottaler Eidgenosse Sven Schurtenberger den Platz. Aber alles der Reihe nach.

Erster Schlussgangakt

Nach einem hervorragenden Wettkampf hatten sich ursprünglich der Punktehöchste Schwyzer Eidgenosse Bruno Nötzli und der 20-jährige Entlebucher Joel Wicki für den Schlussgang qualifiziert. Doch das lebhafte Duell, mit Vorteilen für Wicki, musste in der siebten Minute abgebrochen werden, da sich Nötzli am linken Knie verletzte und nicht mehr weiterschwingen konnte. Nun musste ein neuer Gegner für den Schlussgang her. Das Einteilungskampfgericht bestimmte den 25-jährigen Sven Schurtenberger aus Buttisholz, der bereits unter der Dusche weilte. Dies führte zu einer halbstündigen Unterbrechung.

Zweiter Schlussgangakt

Sven Schurtenberger belegte nach fünf Durchgängen punktgleich mit Joel Wicki den zweiten Zwischenrang und trennte sich zum Abschluss mit dem Nordwestschweizer Eidgenossen Bruno Gisler resultatlos. Er konnte mit einem Sieg im Schlussgang den Festsieg also noch alleine realisieren. Im Luzerner Verbandsduell setzte er alles auf eine Karte und kam prompt in der dritten Minute mit Ableeren übers Knie gegen Wicki zu Siegesresultat. Leider verletzte sich Joel Wicki bei diesem Wurf am rechten Sprunggelenk so schwer, dass er anschliessend mit der Rega abtransportiert werden musste. Wie schwer die Verletzung ist, werden weitere Abklärungen im Kantonsspital ergeben. Für den aufstrebenden Joel Wicki ist die dritte schwere Verletzung nach 2014 (Schulterluxation) und 2016 (Wadenbeinbruch) ein weiterer Rückschlag in seiner Karriere.

Festsieger Sven Schurtenberger

Für Sven Schurtenberger bedeutete der Festsieg auf der Rigi den grössten Erfolg in seiner Schwingerlaufbahn. Er bestätigte seine diesjährigen starken Auftritte mit einer weiteren Glanzleistung. Nach seiner Auftaktniederlage gegen den Nordostschweizer Favoriten Daniel Bösch zeigte der Gartenpfleger eine eindrückliche Vorstellung. Dank vier Maximalnoten legte er das Fundament für den späteren Triumph. Zum Schlussgang gegen Joel Wicki meinte er: «Wir kennen uns in- und auswendig. Das war nicht einfach. Ich habe gehört, wie es einen Chlapf bei der Verletzung von Joel gegeben hat. Es ist nicht angenehm so zu gewinnen. Ich wünsche Joel alles Gute.» Für Schurtenberger war es der vierte Kranzfestsieg.

Pirmin Egli knapp vorbei

Die drei Vertreter vom Schwingklub Wolhusen, Pirmin Egli, Urs Doppmann und Damian Egli, schlugen sich im 90-köpfigen Teilnehmerfeld gut. Trotz beachtlicher Leistung verpasste das Trio die Kranzränge. Der Steinhuserberger Pirmin Egli vergab seine Chancen bereits nach vier Durchgängen. Mit zwei gewonnenen Gängen im Kranzausstich gegen Michael Steiner und den Eidgenossen Marcel Kuster arbeitete er sich immerhin bis einen Viertelpunkt an die Kranzränge heran. Urs Doppmann und Damian Egli mussten ihre Hoffnungen auf Eichenlaub im fünften Durchgang mit je einer Niederlage begraben.