5. Eidgenössischer Nachwuchsschwingertag in Landquart

Geschrieben von Erwin Schwarzentruber

Je zwei Doppelzweige für die Wolhuser und Entlebucher

Am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Landquart durften sich Urs Riebli und Marc Lustenberger vom Entlebucher Schwingerverband sowie Adrian Egli und Curdin Portmann vom Schwingklub Wolhusen mit dem begehrten Doppelzweig auszeichnen lassen. Insgesamt holten sich die Luzerner acht Auszeichnungen.

Der 5. Eidgenössische Nachwuchsschwingertag in Landquart fand zum ersten Mal im Verbandsgebiet der Nordostschweizer statt und übertraf die Erwartungen der Organisatoren. Die Gastgeber vom Schwingklub Unterlandquart glänzten mit einer tadellosen Austragung. Das 40-köpfige Organisationskomitee hatte zwei Jahre intensiv auf diesen Tag hingearbeitet und wurde belohnt. Bei besten Witterungsverhältnissen, aber kühlen Temperaturen, strömten 4900 Besucher in die imposante Schwingarena Ried im Industriegebiet Landquart. Der erfreuliche Zuschaueraufmarsch hat gezeigt, dass sich das kleine «Eidgenössische» etabliert hat. Nicht nur von der Sponsorenseite her hat sich das Interesse gewaltig gesteigert, sondern auch im Bereich der Medien. Liessen sich vor sechs Jahren in Hasle-Entlebuch noch 20 Medienschaffende akkreditieren, so waren es in Landquart die stolze Anzahl von 56. Auch in sportlicher Hinsicht vermochte das Kräftemessen zu überzeugen. Die 150 besten Nachwuchsschwinger des Landes, im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, zeigten Schwingsport auf höchstem Niveau. Als erfolgreichster Teilverband durften sich die Berner feiern lassen. Nebst einem Kategoriensieg ergatterten sie sich auch den Löwenanteil von 18 Doppelzweigen, gefolgt von den Innerschweizern mit 13, den Nordostschweizern mit 6, den Nordwestschweizern mit 5 und den Südwestschweizern mit 4. Das ansonsten glanzvolle Schwingfest wurde von einem Todesfall überschattet. Ein Zuschauer war auf der Tribüne zusammengebrochen und konnte trotz ärztlicher Nothilfe nicht mehr gerettet werden.

Die drei Sieger

Bei den Ältesten dominierten die Berner nach Belieben und stellten am Ende auch den Sieger. Im Schlussgang der Kranzschwinger bezwang der Mittelländer Adrian Walther den Baselbieter Lars Voggensperger in der zweiten Minute mit Kurz und Nachdrücken. Beim Jahrgang 2002 hätte es beinahe einen Luzerner Triumph abgesetzt. Dem Rottaler Roman Wandeler aus Buttisholz hätte im Schlussgang ein Gestellter zum Sieg gereicht. Doch der Freiburger Romain Collaud kam in der Endausmarchung in der allerletzten Minute mit Übersprung zum Sieg. Für die Südwestschweizer bedeutete dies den ersten Kategoriensieg an einem eidgenössischen Nachwuchsschwingertag. Beim jüngsten Jahrgang 2003 feierte der Nordwestschweizer Yanik Bucher aus Rothrist einen überlegenen Sieg. Der Aargauer gewann alles sechs Gänge und stand schon vorzeitig als Kategoriensieger fest. Im Schlussgang bettete er den Südwestschweizer Lukas Zbinden in der fünften Minute mit Hüfter ins Sägemehl.

Vier Doppelzweige erkämpft

Insgesamt standen vom Entlebucher Schwingerverband fünf und vom Schwingklub Wolhusen zwei Schwinger im Einsatz. Nach einem gelungenen Wettkampf durften sich die Entlebucher Urs Riebli und Marc Lustenberger sowie die Wolhuser Adrian Egli und Curdin Portmann mit dem begehrten Doppelzweig auszeichnen lassen. Stellvertretend für alle vier Zweiggewinner meinte Marc Lustenberger aus Hasle: «Wir dürfen mit unserer Leistung zufrieden sein. Mit etwas mehr Wettkampfglück wäre aber mehr möglich gewesen.» Der Luzerner Kantonalverband schnitt im Gegensatz zu den anderen Innerschweizer Kantonalverbänden sehr erfolgreich ab. Doch Christian Durscher aus Rothenburg, Technischer Leiter Nachwuchs der Luzerner, zeigte sich kritisch: «Ich bin nicht ganz zufrieden. Einige unserer Schwinger konnten ihre Leistung nicht abrufen. Einzige Lichtblicke waren Roman Wandeler im Schlussgang und unser Teamverhalten. Es wäre einiges mehr drin gelegen.»