100. Urner Kantonales Schwingfest

Geschrieben von Erwin Schwarzentruber

Marco Schmidiger und David Egli mit Eichenlaub

Am Urner Kantonalen Schwingfest durften sich vom Schwingklub Wolhusen Marco Schmidiger und David Egli mit Eichenlaub auszeichnen lassen. Für Schmidiger war es der erste Kranz überhaupt. Der Rottaler Sven Schurtenberger aus Buttisholz erbte nach einem gestellten Schlussgang als lachender Dritter den Festsieg.

 

Das Urner Kantonale Schwingfest in Altdorf erfüllte die hohen Erwartungen. Bei herrlichem Frühlingswetter konnten 3000 Zuschauer mitverfolgen, wie sich die zehn Eidgenossen im 201-köpfigen Teilnehmerfeld eine spannende Ausmarchung um den Tagessieg lieferten. Freuen konnten sich die gastgebenden Urner aber nur über das Jubiläum «100 Jahre Urner Kantonaler Schwingerverband». In den fünf Sägemehlringen auf der Sportanlage Feldli dominierten nämlich die Gäste aus den anderen Innerschweizer Kantonalverbänden. So standen mit Philipp Laimbacher ein Schwyzer und mit Benji von Ah ein Obwaldner im Schlussgang. Als lachender Dritter erbte schliesslich mit Sven Schurtenberger ein Luzerner den Festsieg. Von den 31 abgegebenen Kränzen sicherten sich die Schwyzer 7 Exemplare, gefolgt von Luzern und Uri (je 6), Ob- und Nidwalden (5), Zug (4) und den übrigen Gästen (3). Von den vier Neukranzern durfte sich auch Marco Schmidiger vom Schwingklub Wolhusen zum ersten Mal Eichenlaub aufsetzen lassen.

Schurtenberger lachender Dritter

Der 25-jährige Rottaler Eidgenosse Sven Schurtenberger aus Buttisholz feierte in Altdorf, nach den Luzerner Kantonalfestsiegen 2013 und 2016, seinen dritten Kranzfestsieg. Er profitierte als lachender Dritter vom gestellten Schlussgang zwischen Philipp Laimbacher und Benji von Ah. Dank einer abschliessenden Maximalnote gegen den Urner Spitzenschwinger Matthias Herger vermochte er die beiden Schlussgangteilnehmer noch punktemässig zu überholen. «Dieser Festsieg bedeutet mir sehr viel, vor allem weil er auswärts zu Stande kam. Das ist ein sehr schönes Gefühl», freute sich der mittlerweile 25-fache Kranzschwinger. Auf die Frage, ob er gewusst habe, dass er bei einem gestellten Schlussgang den Festsieg erben könnte, meinte Schurtenberger: «Ja, ich habe es gewusst. Die beiden Schlussgangteilnehmer haben sich praktisch während zehn Minuten neutralisiert. Das war mein Glück.» Dem weiteren Saisonverlauf sieht der 189 Zentimeter grosse und 135 Kilogramm schwere Gartenbauer zuversichtlich entgegen: «Es läuft immer besser. Langsam nähere ich mich meiner Form vom letzten Jahr. Dieser Triumph stärkt mein Selbstvertrauen.»

Erster Kranz für Schmidiger

Für den 26-jährigen Marco Schmidiger vom Schwingklub Wolhusen ging ein grosser Traum in Erfüllung. Nach sieben Anläufen hat es nun endlich geklappt. Der Strassenbauer durfte im sechsten Kranzrang zum ersten Mal Eichenlaub entgegen nehmen. «Ich freue mich riesig. Diesmal habe ich im entscheidenden letzten Gang die Nerven behalten. Am Morgen war ich allerdings noch nicht so zuversichtlich», sagte Schmidiger, der in Altdorf sein allererstes ausserkantonales Kranzfest bestreiten durfte. Vier Siege, ein Remis und eine Niederlage gegen den Schwyzer Eidgenossen Mike Müllestein reichten für einen Spitzenrang. Den zweiten Kranz für den Schwingklub Wolhusen eroberte der 28-jährige Steinhuserberger David Egli. Der Metzger kämpfte mit dem Schwyzer Spitzenschwinger Philipp Laimbacher sogar um den Einzug in den Schlussgang. Dank vier Siegen und zwei Niederlagen klassierte er sich im siebten Kranzrang.